Fasching, Karneval oder Fastnacht – was es mit der 5. Jahreszeit auf sich hat

Februar 14, 2021 Von Elena

Bunte Kostüme, große Festwagen und fliegende Bonbons – Na? Wisst ihr, um welche Jahreszeit es sich handelt? Richtig, die fünfte. Doch wo hat der Fasching eigentlich seinen Ursprung? Und woher kommen eigentlich die ganzen Bräuche? Da dieses Jahr der Karneval leider nicht traditionell mit Umzügen gefeiert werden kann, haben wir uns bei eurer HFGwaaf! überlegt, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Viel Spaß beim Lesen!

Wir alle kennen den berühmten Karneval, der bei uns seinen Höhepunkt am Rosenmontag hat. Man bezeichnet ihn auch als die „Festlichkeiten vor dem Beginn der Fastenzeit“, weshalb der Fasching auch am Aschermittwoch sein Ende findet. Der Start der Saison ist in jedem Land unterschiedlich. In Deutschland leiten die Narren jedes Jahr am 11.11. um 11:11 Uhr die Festlichkeiten ein.

Die wenigsten wissen wohl, dass der Fasching seinen Ursprung bereits in der Antike hatte. Genauer gesagt wurde das erste bekannte Fest vor circa 5000 Jahren in Mesopotamien gefeiert. Der Gedanke dahinter war damals die Idee des Gleichheitsprinzips: Einmal im Jahr sollten Arbeiter und Herrscher auf einer gemeinsamen Stufe stehen. Bis heute ist diese Überlegung ein wichtiger Bestandteil und tragendes Fundament der Feierlichkeiten.

Im Mittelalter geriet diese Komponente des damaligen Karnevals jedoch in Vergessenheit. Im Laufe des 12. bis 16. Jahrhunderts wurde Fasching immer mehr verspottet und als Schande angesehen. Grund dafür war vermutlich die Art der Festlichkeiten: Immer mehr Menschen verkleideten sich als Personen mit höheren Ämtern der damaligen Zeit und parodierten teilweise sogar die kirchlichen Bräuche, wodurch eine größere Spaltung anstelle von Zusammenhalt die Folge war.

Diese Unstimmigkeiten hielten bis Anfang der Neuzeit an. Zwar wurde 1729 die wohl erste Weiberfastnacht gefeiert, in den darauffolgenden Jahren gab es jedoch ein komplettes Karnevalsverbot. Man sah diese Zeit nämlich als potenzielle Gefahrenquelle an. Auch wenn ab dem Jahr 1804 die Festlichkeiten wieder erlaubt waren, blieb die Meinung weiterhin bestehen, dass die 5. Jahreszeit ein Schandfleck für die Gesellschaft sei und keinesfalls unterstützt werden sollte.

Im Laufe der Neuzeit bekam der Karneval nach und nach wieder mehr Aufmerksamkeit durch die normale Bevölkerung und das Interesse an Fasching stieg rasant an. In den 1990er Jahren kam es dann zum sogenannten „Fastnachtsboom“, bei dem die Karnevalsszene ihren bislang absoluten Höhepunkt erreichte.

Zwar wurden durch die Neuerungen in einigen Ländern wie Kanada, England oder Amerika die meisten Bräuche und Traditionen vergessen, bis heute feiern jedoch Millionen Menschen zum Beispiel in Quebec oder New Orleans Fasching mit allem, was dazugehört.

In Deutschland leiten wir alljährlich die Fastenzeit mit großem Trubel und bunten Kostümen ein. Viele sind deshalb umso trauriger, dass in diesem Jahr die Saison komplett ausfällt. Das stimmt aber nicht ganz: In vielen Faschingsclubs wird das Fest einfach online zu den Zuschauern nach Hause gebracht. So wirbt beispielsweise die „Karlstadter Karnevals Gesellschaft“ mit dem Spruch: „Mit Abstand die Besten“ und bietet ihre komplette Session in einer Onlinesitzung an.

Falls ihr immer noch nicht genug Karneval daheim habt oder ihr euch normalerweise mehr über die vielen anderen Extras der 5. Jahreszeit freut, dann schaut doch gerne mal hier bei uns auf der Homepage vorbei!

 

So feiert man Fasching in anderen Ländern...