Ein Auslandsjahr in Zeiten von Corona – Anezka in Frankreich (Monat 9)

Ein Auslandsjahr in Zeiten von Corona – Anezka in Frankreich (Monat 9)

Endspurt! Der neunte Monat meines Auslandsjahres ist auch schon vorbei und mir bleiben jetzt nur noch drei Wochen, bis ich wieder nach Hause fahre … Gestern war mein letzter Schultag, morgen habe ich das letzte Mal Training und ich realisiere, dass sich meine Zeit in Frankreich zum Ende neigt.

Der Monat Mai war sehr „normal“. Es fällt mir sehr schwer, es in Worte zu fassen, aber ich würde sagen, dass es bisher der normalste Monat war. Ich bin ganz normal zur Schule gegangen, hatte eine stressige Prüfungsphase, wie jeder andere Schüler auch, hatte zweimal die Woche Training und bin am Wochenende mit Freundinnen zum Essen und Shoppen in die Stadt gefahren. Dieses „normale“ Gefühl kommt sicherlich durch die ganzen Lockerungen, sodass wir wieder in Restaurants, Museen und Kinos dürfen. Ich glaube, es kommt aber auch daher, dass ich mich hier mittlerweile sehr eingelebt habe und einen ganz normalen Alltag führe. Ich fühle mich gar nicht mehr wie eine Austauschschülerin, sondern als Teil meiner Klasse, meiner Freundesgruppe und meiner Gastfamilie. Es war ein sehr komisches Gefühl für mich, gestern das letzte Mal in meine Schule zu gehen, meine Bücher abzugeben, ein letztes Mal ein „panini au nutella“ in der Caféteria zu bestellen und allen Lehrern und Mitschülern auf Wiedersehen zu sagen. Nichtsdestotrotz war es ein sehr schöner letzter Schultag. Ich hatte nur vier Stunden Unterricht, davon zwei Stunden Mathe mit meinem Lieblingslehrer und zwei Stunden Sport, in denen wir draußen „Petang“ gespielt haben. Die offiziellen Sommerferien beginnen aber erst am 03. Juli. Bis dahin hat mein Jahrgang noch schriftliche und mündliche Französischabiturprüfungen und Vorbereitungszeit. Ich hoffe, dass meine Freundinnen trotz des bacs noch Zeit für ein paar Strandnachmittage mit mir finden werden. Meine restliche Zeit hier möchte ich nämlich hauptsächlich mit ihnen und meiner Gastfamilie genießen. Das tue ich auch jetzt schon. Da meine Gasteltern beide in der Tourismubranche arbeiten, haben sie mit Beginn der Hauptsaison mehr Arbeitsstunden und somit auch weniger Zeit. Trotzdem versuchen sie so viel wie möglich mit mir zu unternehmen. So sind wir letztes Wochenende über die Grenze nach Spanien gefahren. Ich war davor noch nie in Spanien und Cadaques, die Stadt, die wir besichtigt haben, hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Alle Häuser waren weiß, mit blauen Fensterläden, die Stadt liegt direkt am Strand und hat einige sympathische Boutiquen und Restaurants. Außerdem ist dort auch das Haus des Künstlers Salvador Dali zu besichtigen. Es soll eines der meistbesuchten Museen Spaniens sein, aber leider hatten wir keine Zeit mehr, um es uns anzuschauen.

Da ich keine Schule mehr habe, werde ich meine Gastmutter in den nächsten Tagen auf ihrer Geschäftsreise begleiten, um noch weitere Orte Frankreichs zu entdecken.

Tatsächlich bin ich gerade schon mit ihr unterwegs, aber davon erzähle ich euch nächstes Mal mehr und werde euch auch einen allgemeinen Rückblick auf mein Auslandsjahr geben…

Vielleicht bin ich zu dem Zeitpunkt auch schon wieder in Deutschland.

Bis ganz bald!

Noch ein paar Impressionen...

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