Es gab einmal das schwarze und weiße Königreich… – Schach einfach erklärt!

Es gab einmal das schwarze und weiße Königreich… – Schach einfach erklärt!

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Es gab einmal zwei Königreiche, das schwarze und das weiße, und sie beide spielten gern miteinander. Ihr wollt gerne wissen, wie das berühmte Spiel geht? Hier wird es euch verraten:

Ziel des Spieles ist es den alten König so anzugreifen, dass ihm kein Fluchtweg mehr bleibt. Natürlich wollen alle Menschen im Königreich mitspielen, also sammeln sie sich auf dem großen viereckigen Platz mit 64 Quadraten, die ein schwarz-weiß kariertes Muster aufweisen: die Kämpfer des weißen Königreichs nehmen auf der einen und die Soldaten des schwarzen auf der gegenüberliegenden Seite Aufstellung. Zuerst betritt der König mit seiner Dame auf  den Kampfplatz und stellt sich in der Mitte der ganz hinteren Reihe auf, die schwarze Dame auf dem schwarzen Feld, die weiße Dame auf dem weißen Feld.  Anschließend erscheinen die zwei höchsten Berater des königlichen Ehepaars, die Bischöfe, auf dem Spielfeld und stellen sich jeweils neben dem König und der Dame auf.  Danach nehmen die Wächter des Spieles in den Türmen ihre Plätze ein und stellen sich in die hinteren Ecken des Spielfeldes, zwei weiße Türme und zwei schwarze Türme.  Gefolgt von den Rittern auf ihren Rössern, von allen die „Springer“ genannt. Die Springer stellen sich zwischen Türme und Bischöfe und warten den Anfang des Spieles geduldig ab.  Zuallerletzt kommen dann die Bauern, denn sie wollen den Spaß und die Aufregung ganz bestimmt nicht verpassen. Ganz mutig stellen sie sich zur Verteidigung in einer Reihe vor den anderen in ihrer Mannschaft auf.  Nun kann das Spiel losgehen, aber wer soll beginnen und wie soll es überhaupt weitergehen? Das ist ganz einfach, denn vor langer, langer Zeit hatten die zwei Königreiche sich mit einem Münzwurf auf ewig geeinigt: Weiß durfte immer zuerst in den Kampf ziehen.  Aber so einfach ist das Spiel denn auch wieder nicht, denn alle Figuren dürfen sich nur ganz unterschiedlich auf dem Spielfeld bewegen. Die kleinen Bauern sind am kompliziertesten und kommen auch am langsamsten voran, denn sie dürfen beim ersten Zug entweder nur ein oder zwei Felder vorwärts ziehen. Ab ihrem zweiten Zug geht es dann immer nur noch sehr langsam voran, nämlich nur ein Spielfeld nach dem anderen und nur geradeaus. Steht eine Figur der gegnerischen Mannschaft schräg vor dem Bauern, dann darf der Bauer sie angreifen und schlagen. Für den geschlagenen Bauern ist das Spiel dann vorbei. Er muss den Kampfplatz leider verlassen.  Die Bischöfe sehen alles – wie es auch im echten Leben vorkommen kann – nur schwarz oder weiß. Der Bischof bleibt das ganze Spiel auf den schwarzen Feldern, bewegt sich also immer nur diagonal. Bei dem Bischof auf dem weißen Quadrat geht das genauso: Immer nur schräg auf den weißen Feldern ziehen.  Die Türme sind nicht ganz so engstirnig wie die Bischöfe und können sich so weit, wie sie es wollen, vorwärts, rückwärts und seitwärts bewegen, aber niemals schräg.  Und wie bewegen sich die Springer? – Du antwortest „die springen“? Dann liegst du genau richtig! Die Springer sind die einzigen Figuren, die über andere Spielfiguren hüpfen können. Komischerweise hopsen sie aber immer nur in einer L-Figur. Die schöne Dame schützt ihren König am besten, denn sie ist sehr beweglich und kann vorwärts, rückwärts, seitwärts und auch diagonal laufen, und zwar so weit, wie sie möchte. Der König ist schon viel zu alt, um sich noch groß zu bewegen. Er sitzt daher lieber auf seinem Thron und bewegt sich bei einem Zug immer nur ein Spielfeld weiter, aber natürlich kann er in jede Richtung losziehen, um den Attacken der gegnerischen Mannschaft zu entfliehen. Einen Trick kann der König auch noch, aber das kann er nur einmal im Spiel machen und nur, wenn er noch keinen anderen Zug gemacht hat.  Er sucht sich einen Turm aus seiner Mannschaft aus, der sich auch noch nie von der Stelle bewegt hat und läuft zwei Felder in seine Richtung. Sobald der Turm dann sieht, dass sein König ihm entgegenkommt, hüpft er über seinen König und landet genau neben ihm! Ein toller Trick, den der König aber eben nur einmal im Spiel machen darf! 

So ziehen dann die Figuren in den Kampf, um den anderen König einzufangen. So wie die Figuren laufen, so können sie die andere Mannschaft angreifen. Wird der König von einer Figur bedroht, so ruft die gegnerische Mannschaft „Schach!“ und der König muss sich in Sicherheit bringen. Wird der König so sehr bedroht, dass er nirgendwohin fliehen kann, dann ruft die gegnerische Mannschaft „schachmatt!“. Ein Handschlag beendet die Partie. 

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