Ostertradition in Naila – das Eierwalchen

Ostertradition in Naila – das Eierwalchen

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Das Eierwalchen ist eine Veranstaltung, die bei uns in Naila traditionell am Karsamstag im Ludelbach-Gelände stattfindet. Viele Menschen treten dort in einem freundschaftlichen Wettkampf gegeneinander an. Von nah und fern reisen sie Jahr für Jahr an, um den Walchkönig zu krönen: Wessen Osterei wird am weitesten rollen?

Wer mitmachen will, braucht nur zwei gekochte Hühnereier, am besten mit seinem Namen versehen. Der Ablauf des Wettbewerbs ist recht simpel. Die Teilnehmer treten in den Kategorien Kinder, Naalicher und Gäste an. Jeder hat zwei Versuche.
In jeder Runde legen immer mehrere Spieler gleichzeitig ihre Eier in die Startmaschine. Derjenige, dessen Ei am weitesten rollt, kommt in die nächste Runde. Das wird so lange wiederholt, bis in jeder der drei Gruppen ein Sieger feststeht. Zwischen den drei Gruppensiegern wird im Finale der Walchkönig ermittelt.

Zu Beginn jeder Runde legt jeder Teilnehmer sorgfältig sein Ei an die „perfekte Stelle“ in der Startmaschine und hofft, dass es auf dem Weg den Hang hinunter nicht zerbricht. Die Teilnehmer warten gespannt auf den Pfiff des Schiedsrichters, das Startsignal für die Startmaschine. Die Kinder haben große Augen und die Zuschauer geben Tipps ab, welches Ei wohl gewinnen wird. Viele denken, die schweren Eier seien besser als die leichten, andere sagen: „Die runden Eier rollen weiter als die ovalen!“ Diese Frage sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen.

Schließlich ertönt der laute Pfiff und die Startmaschine wird geöffnet! Die Eier kullern um die Wette und die Teilnehmer drücken fest die Daumen. Manche rollen ins Gebüsch, zur Enttäuschung der Spieler. Die Konkurrenten sind schadenfroh: ein Gegner weniger. Die Anspannung bleibt hoch, bis alle Eier schließlich zum Stillstand kommen. Oft ist eindeutig, welches Ei am weitesten gerollt ist, manchmal muss die Wettkampfleitung nachmessen. Der Gewinner stolziert den Hang hinunter und darf die Eier der enttäuschten Mitstreiter einsammeln und ist eine Runde weiter.

Endlich ist es so weit, die Spannung steigt, das große Finale beginnt und jeder fragt sich: Wer wird dieses Jahr Walchkönig oder Walchkönigin? Die drei Finalisten legen ihre Eier in die Startmaschine. Bei den Zuschauern herrscht pure Aufregung. Für die Teilnehmer ist es jetzt der reinste Nervenkitzel. Wieder ertönt der laute Pfiff und die Startmaschine wird geöffnet. Die drei Eier setzen sich in Bewegung und rollen den Walchhang hinunter. Man kann diesmal nicht mit bloßem Auge erkennen, welches Ei am weitesten gerollt ist. Das rote, das blaue oder doch das gelbe? Es wird genauestens nachgemessen und der Gewinner ist …

Der frischgebackene Walchkönig freut sich schon auf sein Bild in der Zeitung, alle Kinder freuen sich über eine süße Überraschung, und alle warten voller Vorfreude auf eine neue Chance beim bestimmt genauso spannenden Eierwalchen im nächsten Jahr.

Noch ein paar Fakten zum Eierwalchen

durften nur unverheiratete Männer an diesem brauch teilnehmen. Diese Regel wurde allerdings vor 25 Jahren außer Kraft gesetzt.

ist einer der ältesten Osterbräuche Deutschlands.

gab es früher schon Wochen vor Ostern einen Wettstreit, wer das rundeste Ei besitzt und die besten Chancen beim Eierwalchen hat.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Tim

    Echt cooler Artikel würde ich auch mal ausprobieren

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